[:Interview:] Im Gespräch mit Sebastian Witzmann…

…dem Kopf hinter dem Tischrollenspiel „ABOREA“


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Hallo zusammen,

Zeit für ein weiteres Interview in dem noch relativ jungen Jahr 2017. Dieses Mal konnte ich Sebastian Witzmann davon überzeugen, ein Gespräch mit mir zu führen. Einigen von Euch wird der Name sicherlich ein Begriff sein: Sebastian ist nämlich der Kopf hinter dem erfolgreichen Tischrollenspiel ABOREA.

Die ABOREA Box hatte ich vor einiger Zeit durchgeblättert und einen Artikel darüber geschrieben, den Ihr hier lesen könnt. Das Spiel hat mittlerweile eine beachtliche Anhängerschaft vorzuweisen. Ein gutes wirklich gutes Zeichen, was ich großartig finde!

Dem guten Sebastian habe ich 11 Fragen gestellt, die er auch allesamt ganz brav beantwortet hat. Mehr möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht schreiben.

Ich wünsche Euch jetzt ganz viel Spaß beim Lesen!

Das Gespräch

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Frage 1: Moin Sebastian! Es freut mich tierisch, dass Du dem Gespräch zugestimmt hast. Auch andere Spieleentwickler/Autoren haben sich einem Gespräch bereits gestellt und es überstanden. Doch genug davon, fangen wir am besten gleich an. Wer bist Du und was machst Du genau. Erzähl doch mal ein wenig von Dir.

Sebastian: Danke für Deine Einladung zum Interview! Ob ich es überstehen werde, muss sich erst noch beweisen, aber ich bin guten Mutes … Ich habe Rollenspiele als kleiner Junge kennen- und lieben gelernt. Meist ist der Job des Spielleiters dabei an mir hängen geblieben. Die damit verbundene „Arbeit“ habe ich aber nie als Mühe empfunden, sondern als toller Weg, mich kreativ auszutoben. Diese Kreativität begleitet mich schon mein ganzes Leben und ich bin glücklich, dass ich sie auch in der Freizeit und im Beruf ausleben kann. Das mag man nicht glauben, denn ich habe Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre studiert – zwei Disziplinen, denen man auf den ersten Blick keine große Kreativität zuschreiben würde. Aber das täuscht. Ich habe mich früh selbständig gemacht und leite seit über 20 Jahren verschiedene Unternehmen und unterschiedliche Menschen – rund um das Thema Innovationen. In der Vergangenheit habe ich bereits verschiedene Spiele entwickelt – einige wurden veröffentlicht, andere nicht. Darunter auch SpaceVoyage, das vermutlich erste Browsergame mit einer an das Rollenspiel angelehnten Spielleitung. ABOREA ist allerdings die Essenz meiner rollenspielerischen Schaffenskraft. Die Spielwelt gibt es seit meiner Kindheit; nicht in Gänze, sondern sie ist damals entstanden und dann über die Jahre gewachsen. Mittlerweile bin ich Familienvater und außerordentlich glücklich, das wohl großartigste Abenteuer meines Lebens gewagt zu haben. Stufe 15 bisweilen …

Frage 2: Wenn ich Deinen Namen höre, muss ich immer an zwei Dinge denken: ABOREA und den 13Mann Verlag. Sicherlich gehst Du aber noch einen anderen Job nach, oder? Womit verdienst Du, neben dem Schreiben von Rollenspielen, noch Deine Brötchen?

Sebastian: Wie gesagt: Ich bin selbständig und entwickle neue Services, Apps und andere IT-Produkte. Manches nach Kundenwunsch, anderes, weil ich an die Idee und deren langfristigen Erfolg glaube. Das ist nicht immer einfach, aber ABOREA ist genau nach den Prinzipien auch entstanden.

Frage 3: Kommen wir zum 13Mann Verlag. Wenn ich mich recht entsinne, trat dieser früher erstmals mit der deutschen Übersetzung von Rolemaster an die Öffentlichkeit. Mittlerweile ist es jedoch um Rolemaster ziemlich ruhig geworden, stattdessen blüht ABOREA richtig auf. Gehe ich richtig in der Annahme, dass sich der Verlag künftig vermehrt ABOREA zuwenden wird oder wird für die anderen Rollenspielsysteme auch noch Material erscheinen?

Sebastian: Das kann ich nicht sagen. Ich lebe dort in einem Mikrokosmos – der sich nur um ABOREA dreht. Vor ein paar Jahren hatte ich mich auch ab und zu dazu überreden lassen, mich auch für andere Systeme zu begeistern. Aber das hatte zur Folge, dass ich mich nicht auf ABOREA konzentrieren konnte und es nur mühselig voranging. Seit ich den Fokus klar gesetzt habe – und das auch stringent durchziehe – geht es sichtlich bei ABOREA vorwärts.

Frage 4: Vielen Dank für die Information. Aber nun zu Eurem derzeitigen Steckenpferd, ABOREA. Die Box ist mittlerweile in der vierten Auflage erschienen. Das ist doch klasse! Aber hattest Du damals damit gerechnet, das ABOREA so erfolgreich sein würde, als es erstmals erschien?

Sebastian: Ich habe es jedenfalls gehofft.

Frage 5: Was war damals eigentlich der ausschlaggebende Punkt gewesen, mit ABOREA ein neues Rollenspielsystem zu entwickeln? Schließlich hatte der 13Mann Verlag zu dem Zeitpunkt mit Rolemaster schon ein sehr bekanntes Spielsystem im Sortiment. Da hätte man doch eine Kampagnenwelt erschaffen können.

Sebastian: Dafür gab es viele verschiedene Gründe. Am Anfang stand aber vor allem die Idee, ein Spiel für Spielerinnen und Spieler zu schaffen – eines für den maximalen Spaß, für das bleibende Erlebnis und für die schönen Momente. Das zu erklären sprengt vermutlich den Umfang des Interviews. Aber ich denke, jeder von uns kennt Spiele, die eine andere Zielsetzung haben – mal verdeckt, mal offensichtlich. Hätte man ABOREA genauso designed, dann wären Sammelkarten Bestandteil des Produktes oder es wäre auf Stufe 1-5 beschränkt (und es gäbe viele Folgeboxen) oder es kämen jeden Monat neue Produkte dazu heraus. Stattdessen ist es eine Anleitung zur Schaffung eigener Inhalte – eine Ermächtigung der Spielerinnen und Spieler und eine Ermutigung zur eigenen Kreativität.

Frage 6: Zur #SPIEL16 ist für ABOREA der sogenannte „Atlas“ erschienen. Ich gebe zu, dass auch ich mir ein Exemplar gesichert habe und ich muss sagen, dass das Buch sehr schön geworden ist. Hat denn der „Atlas“ Deine Erwartungen erfüllt?

Sebastian: Ja.

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Frage 7: Das war klar und deutlich. Der „Atlas“ wird sicherlich nicht das letzte größere Projekt für ABOREA gewesen sein. Ich habe nämlich verstärkt den Eindruck, dass hinter dem Spiel eine Menge motivierte Leute stehen. Magst Du mir vielleicht verraten, was als nächstes geplant ist beziehungsweise wie der Fahrplan für die Zukunft ausschaut? Oh je, jetzt bin ich aber total neugierig.

Sebastian: Das ist vermutlich kein Geheimnis, denn von Anfang an wurde es angekündigt: Wir werden immer genauer – vom Großen zum Kleinen. Vom Atlas nun zu einer Region. Da wir zugleich versprochen hatten, dass der größte Teil des Kontinents freibleibt für die eigenen Ideen, und auch eine Liste mit Ländern veröffentlicht hatten, zu der früher oder später etwas erscheinen wird … braucht man nun nur noch Eins und Eins zusammenzuzählen … Wir arbeiten gerade an dem Trion-Kampagnenset. Außerdem kommt in Kürze ein neuer Spielleiterschirm heraus. Der „Waldabenteuer“-Schirm ist ausverkauft.

Frage 8: Wie ich einem Beitrag auf Eurer Facebook-Seite entnehmen kann, wächst die ABOREA-Community fleißig weiter. Unter anderem gibt es sogar eine ABOREA-Fangruppe auf Facebook. Es ist schön zu sehen, dass sich das Spiel einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut. Bei einer so wachsenden Community gibt es doch bestimmt einige kreative Köpfe, die gutes Fanmaterial zur Verfügung stellen könnten. Wie gehst Du, als geistiger Vater von ABOREA, denn mit Fanmaterial um? Darf sowas überhaupt einfach veröffentlicht werden und wenn ja, gibt es da irgendwelche Richtlinien, an die man sich zu halten hat? Und bietet der Verlag für Fanmaterial eine entsprechende Plattform an? Okay, wenn man es jetzt genau nimmt, ist das mehr als eine Frage. Aber werten wir das jetzt einfach mal als eine Gesamtfrage. Nun bist Du am Zug, Sebastian.

Sebastian: Jeder darf was zu ABOREA herausbringen. Es ist das Ziel von ABOREA, dass alle kreativ werden! Das einzige, was reguliert ist, ist der „allgemeine Kanon“. Denn der würde alle einengen. Daher gehen wir damit extrem zurückhaltend um. Hier gilt: Weniger ist mehr!

Frage 9: Noch etwas zu ABOREA. Mir persönlich gefällt die Karte zum Kontinent „Palea“ außerordentlich gut. Allerdings ist mir aufgefallen, dass es diese nicht in einem gängigen digitalen Format (PDF- oder JPG-Datei) gibt. Zwar gibt es eine wirklich tolle interaktive Karte, was eine super Idee ist, doch eine Karte in einem der vorgenannten Formate fehlt noch. Ist das so gewollt oder wird es eine Karte früher oder später als Download geben?

Sebastian: Möglicherweise kommt sie noch als Download.

Frage 10: Dann sind wir auch schon bei Frage Nummer 10. Hui, wir sind ja auch fast schon durch. Wie schnell doch so ein Gespräch immer verläuft. Ich hoffe Du bist noch voll motiviert, diese und die letzte Frage zu beantworten, Sebastian. Wie sieht es denn mit der Präsenz des 13Mann Verlags beziehungsweise ABOREA im nächsten Jahr auf Conventions aus? Auf welchen kann man das Team antreffen?

Sebastian: ABOREA wird man jedenfalls auf der RPC finden, auf der SPIEL und auf diversen Conventions. Es wird auf aborea.de ausgeschrieben und sicherlich auch im Forum angekündigt. Die Liste kann ziemlich lang werden; teilweise ist unsere Teilnahme sehr spontan.

Frage 11: Okay, dann komme ich jetzt auch schon zur letzten Frage. Wie immer, ist diese nicht ganz so einfach. Allerdings mussten auch schon andere Spieleentwickler/Autoren die Frage beantworten. Da kann ich bei dir leider keine Ausnahme machen. Ich hoffe, du verzeihst mir das. Kennst du den Blog „Kabinett des Wahnsinns“ und liest du diesen regelmäßig?

Sebastian: Nein – noch nicht. Frag mich das doch noch mal in fünf Minuten …

Ich:Alles klärchen, damit hast du es auch schon geschafft. Sebastian, jetzt hast du noch die Möglichkeit ein paar Worte an die Leserinnen und Leser zu richten. Na dann schieß mal los.

Sebastian: Spielt, wann immer ihr könnt. Man findet immer Zeit, wenn man will. Und es ist eine glorreiche und erinnerungswürdige Zeit. Erschafft eigene Abenteuer, denn nichts ist so großartig wie die eigene Phantasie.

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Abschluss

Vielen lieben Dank, dass du dem Gespräch zugestimmt hast. Ich finde ja solche Gespräche immer wieder sehr spannend, schließlich erfährt man da so einiges. Sebastian, ich hoffe, dir hat das Gespräch auch Spaß gemacht und die Fragen waren nicht zu gemein. Spaß beiseite. Ich wünsche dir und dem Verlag ganz viel Erfolg für die Zukunft und ich bin schon auf die nächsten Produkte gespannt. Ich gehe auch davon aus, dass wir uns auf der ein oder anderen Convention/Messe über den Weg laufen werden.

So Leute, wenn Ihr mehr über ABOREA und den 13Mann erfahren möchtet, dann lege ich Euch die unten aufgeführten Links unbedingt ans Herz. Schaut Euch diese mal an beziehungsweise ruft sie auf, dort findet nämlich eine ganze Menge weiterer Informationen.

Wenn Ihr Fragen an mich haben solltet, dann schreibt mir gern eine E-Mail. Ich versuche auch zeitnah zu antworten.

Euer SteamTinkerer


Interessante Links zu ABOREA

ABOREA Webseite, 13Mann Verlag, 13Mann Forum, ABOREA Facebook-Seite, Interaktive Karte zu Palea

Interesse an ABOREA geweckt? Die ABOREA Box könnt Ihr unter anderem hier bekommen.


 

Ein Gedanke zu “[:Interview:] Im Gespräch mit Sebastian Witzmann…

  1. Pingback: [:Durchgeblättert:] ABOREA Spielleiterschirm – SteamTinkerers Kabinett des Wahnsinns

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